Lokrückführung

 

Am 9. Februar 1999 war es endlich so weit. Lok Nr. 46 und eine Schmalspurlok der ehemaligen Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke (RESW) kehrten zurück an ihre alte Wirkungsstätte, dem seit 1986 stillgelegten Hochofenwerk der Völklinger Hütte im Saarland. Die beiden eher unscheinbaren Maschinen haben eine interessante Geschichte. 1964 wurde die Lok Nr. 46 mit der Fabriknummer 13835 vermutlich als letzte Dampflok der Firma Arnold Jung, Lokomotivfabrik GmbH, in Jungenthal bei Kirchen an der Sieg gebaut. Auftraggeber waren die Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke in Völklingen / Saar. Einsatzgebiet war der Roheisentransport von den sechs Hochöfen zum Thomasstahlwerk Die besonders beengten Verhältnisse auf der Völklinger Hütte erforderten eine besondere Bauform. Die Verbindung zwischen Eisenwerk und Stahlwerk war nur durch einen Tunnel möglich, da die Deutsche Bundesbahn durch ihre Gleisanlagen die Hütte in zwei Bereiche teilt. Dieser Tunnel, der Roheisenkanal, ist sehr niedrig, so daß die zweiachsige Lok nur eine Höhe von 265 cm über der Schienenoberkante aufweist. Die Loks 44 (Baujahr 1953) und 45 (Baujahr 1959), die nach den vorliegenden Unterlagen technisch baugleich sind, wurden schon vorher von der Arnold Jung GmbH an die Völklinger Hütte geliefert. In einem Saarbrücker Tatort-Krimi, der 1970 gedreht wurde, ist Lok 45 mit offenen Roheisenpfannenwagen in einigen Filmszenen zu sehen.